
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
sehr herzlich möchte ich Sie zum Kongress der Deutschen
Gesellschaft für Chirurgie nach München einladen!
Der Kongress 2011 wird der 128. in der Geschichte der
Deutschen Gesellschaft für Chirurgie sein. Er soll unter
dem Motto Heilen zwischen Ratio und Humanität stehen. Ganz bewusst steht damit das Heilen im Mittelpunkt
unserer Diskussionen, ist es doch die kraftvollste
Klammer um unsere multidisziplinäre, chirurgische
Kompetenz, vertreten durch unsere mittlerweile 10 Fachgesellschaften.
Wir Chirurgen verstehen dabei Heilen
immer auch als Kunst, eingesetzt ausschließlich zum
Nutzen des Patienten, der – jeder für sich – auf Heilung
hofft.
Die Ratio – Vernunft – mit der wir als Chirurgen, wie
andere medizinische Disziplinen, Heilung erzielen wollen,
reflektiert den Stand der Erkenntnis unserer Wissenschaft,
also das heutige Ergebnis unserer Forschung.
Das Programm des 128. DGCH Kongresses wird durch
mehrere Neuerungen gekennzeichnet sein. Wir haben
durch eine Reduktion spezifischer Fachsitzungen Raum
geschaffen für die gemeinsame Diskussion übergreifender
Themen innerhalb der Chirurgie in Deutschland. Das
gibt uns die Möglichkeit, an jeweils einem ganzen Tag,
in durchgehenden Sitzungen die Themen Chirurgische
Infektionen, Transplantation von Zellen, Geweben
und Organen, Chirurgische Intensivmedizin und Notfallversorgung/Katastrophenmanagement gemeinsam
zu bearbeiten. Dabei möchten wir – auch im Diskurs mit
Forschungsförderern, Politik und Industrie – der Wissenschaft
und Forschung besonderen Raum geben. Dies
gilt für die Grundlagenforschung, die angewandte,
patientennahe und krankheitsbezogene Forschung
ebenso wie für die Versorgungsforschung und die
Forschung und Entwicklung der Industrie, pharmazeutisch
wie medizintechnisch. Podiumsdiskussionen
beschließen den jeweiligen Thementag und werden
darüber hinaus in gemeinsamen Stellungnahmen die
Öffentlichkeit über den Fortschritt, aber auch über die
Bedürfnisse der Chirurgie in Deutschland informieren.
Stellt Heilung das Ziel, die Ratio den Weg dar, so verkörpert
Humanität als älteste Säule der Heilkunst den
Ursprung des chirurgischen Tuns. Mit allem Fortschritt
innerhalb der chirurgischen Fächer und allem Einfluss
von außen, namentlich der ökonomischen Zwänge, darf
diese Säule nicht wanken. Ihr wird in allen Hauptthemen
des Kongresses prominenter Raum gewidmet, müssen
wir doch als wissenschaftliche Fachgesellschaft, deutsche
Chirurgie, einen kraftvollen, akademisch begründeten
Standpunkt in der Diskussion um Rationierung
und Therapiebegrenzung einnehmen. Hier kommt der
wissenschaftlichen Fachgesellschaft aller Chirurgen,
nämlich der DGCH, eine Schlüsselrolle zu, ist es doch
wesentlich die Durchführung operativer Eingriffe, an
denen die Stichworte „Rationierung und Therapiebegrenzung“
erörtert werden. Wir Chirurgen wollen
diesen Diskurs prägen, ganz im Sinne und als Anwälte
der Kranken, die sich in guter Hoffnung auf Humanität
in unsere Obhut begeben und dies in Zukunft tun.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, der Kongress 2011 wird
spannend. Wir freuen uns jetzt schon auf Ihr Kommen
und Ihren Beitrag.
Univ.-Prof. Dr. A. Haverich
Präsident 2010/2011
| Thementag | Dienstag, 03.05.2011 Chirurgische Infektionen |
| Thementag | Mittwoch, 04.05.2011 Transplantation von Zellen, Geweben und Organen |
| Thementag | Donnerstag, 05.05.2011 Chirurgische Intensivmedizin |
| Thementag | Freitag, 06.05.2011 Notfallversorgung/ Katastrophenmanagement |